Generalistische Pflegeausbildung: proindividuum bereitet nächsten Entwicklungsschritt vor

Gespräch zwischen Vanessa Stanka und Sina Ellwanger zur Generalistische Pflegeausbildung bei proindividuum

proindividuum arbeitet weiter daran, die eigene Rolle als moderner ambulanter Pflegedienst und attraktiver Arbeitgeber in der Region auszubauen. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Pflegeausbildung. Dazu war Frau Sina Ellwanger von der Koordinierungsstelle Pflegeberufe im Schul- und Kulturamt des Landkreises Heilbronn bei proindividuum zu Gast. Im Gespräch mit Aida Leibbrand, Geschäftsführerin von proindividuum, und Vanessa Stanka, Assistentin der Geschäftsführung, wurden die nächsten Schritte besprochen, wie proindividuum künftig stärker in die Ausbildung von Pflegefachkräften für den Stadt- und Landkreis einsteigen kann.

Generalistische Pflegeausbildung als Zukunftsaufgabe

Der Fachkräftebedarf in der Pflege bleibt hoch, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität, Organisation und Fachlichkeit. proindividuum sieht deshalb in der generalistischen Pflegeausbildung eine zentrale Möglichkeit, junge Menschen für die Pflege zu gewinnen, sie praxisnah zu begleiten und langfristig für die ambulante Versorgung zu qualifizieren.

Im Gespräch mit Frau Ellwanger ging es darum, welche Voraussetzungen proindividuum als Ausbildungsbetrieb schaffen muss und wie ein sinnvoller Einstieg in die Ausbildung strukturiert werden kann. Ziel ist es, proindividuum langfristig als modernen und engagierten Ausbildungsbetrieb weiterzuentwickeln. Perspektivisch ist geplant, ab dem Ausbildungsjahr 2027/2028 erstmals eigene Auszubildende zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann auszubilden.

Aida Leibbrand macht deutlich, dass Ausbildung für proindividuum weit mehr ist als eine organisatorische Aufgabe. Sie sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der Pflege und zur Sicherung guter Versorgung vor Ort. Pflege brauche Menschen, die fachlich gut ausgebildet sind und zugleich menschlich begleitet werden. „Wenn wir junge Menschen für die Pflege gewinnen wollen, müssen wir ihnen eine gute Struktur, verlässliche Anleitung und eine klare Perspektive bieten“, so Leibbrand. Genau daran wolle proindividuum Schritt für Schritt arbeiten und seinen gesellschaftlichen Beitrag leisten.

Aufbau einer eigenen Ausbildungsstruktur

Ein erster Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau der notwendigen Ausbildungsstruktur. Dazu gehört unter anderem die Prüfung, welche Voraussetzungen im Unternehmen bereits vorhanden sind und welche weiteren Schritte erforderlich werden. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter. Ihre Qualifikationen müssen geprüft, möglicher Fortbildungsbedarf analysiert und die jährlich verpflichtenden Fortbildungen geplant werden. Das Team von proindividuum biete diese Qualifikationen und Fähigkeiten bereits. Trotzdem müsse man sich hier reflektieren und Entwicklungspotentiale umsetzen. Der hohe Qualitätsanspruch, den proindividuum an die Versorgung seiner Patientinnen und Patienten hat, müsse sich auch in der Ausbildung von Nachwuchskräften widerspiegeln.

Praxisanleitung ist ein entscheidender Bestandteil der praktischen Ausbildung. Gerade in der ambulanten Pflege ist es wichtig, Auszubildende nicht nur fachlich anzuleiten, sondern sie auch im Alltag gut zu begleiten. Ambulante Pflege findet in den Haushalten der Patientinnen und Patienten statt. Das erfordert fachliche Sicherheit, Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit und ein gutes Verständnis für individuelle Lebenssituationen.

Vanessa Stanka wird im Rahmen ihrer Tätigkeit bei proindividuum die Koordination dieses Entwicklungsprozesses übernehmen. Damit wird intern eine klare Zuständigkeit geschaffen – eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen einer guten Ausbildung. Sie wird sich unter anderem mit Ausbildungsabläufen im ambulanten Setting, der Praxisanleitung im Alltag, der Dokumentation und der langfristigen Einbindung eigener Auszubildender beschäftigen.

Zusammenarbeit mit Pflegeschulen und Kooperationspartnern

Neben dem Aufbau einer eigenen Struktur sollen auch Kooperationen mit Pflegeschulen und weiteren Partnern analysiert werden. Ein möglicher erster Schritt ist die Aufnahme externer Auszubildender im Rahmen von Praxiseinsätzen. Dadurch kann proindividuum bereits früh Erfahrungen sammeln und die eigenen Abläufe weiterentwickeln, bevor eigene Ausbildungsverhältnisse starten.

Die Koordinierungsstelle Pflegeberufe des Landkreises Heilbronn unterstützt Einrichtungen, Schulen und Träger bei Fragen rund um die generalistische Pflegeausbildung. Der Landkreis Heilbronn verweist auf die Koordinierungsstelle als Ansprechpartnerin für die generalistische Pflegeausbildung sowie für Ausbildungsstätten und Berufsfachschulen für Pflege im Stadt- und Landkreis Heilbronn.

Für proindividuum ist dieser Austausch besonders wertvoll. Im Gespräch wurde deutlich, dass Ausbildung nicht isoliert in einer Einrichtung gelingt. Sie braucht abgestimmte Abläufe, klare Kooperationsstrukturen und ein gemeinsames Verständnis zwischen Pflegeschulen, Praxiseinsatzstellen und Ausbildungsbetrieben. Genau deshalb ist die Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle ein wichtiger Schritt.

Praxisnah, modern und menschlich begleitet

Ein Ziel von proindividuum ist es, Ausbildung nicht nur formal zu ermöglichen, sondern sie fachlich hochwertig und menschlich gut begleitet zu gestalten. Die künftige Ausbildungsstruktur soll praxisnah, modern und verlässlich sein. Dazu gehört ein eigenes Ausbildungskonzept, das die Besonderheiten der ambulanten Pflege berücksichtigt.

Im Gespräch wurde auch darüber gesprochen, wie interessierte junge Menschen frühzeitig erreicht werden können. Angebote wie ein Freiwilliges Soziales Jahr oder der Bundesfreiwilligendienst können dabei eine wichtige Rolle spielen. Solche Formate ermöglichen es jungen Menschen, einen ersten Einblick in die Pflege zu erhalten und helfen, Interesse an einer späteren Ausbildung zu entwickeln.

Generalistische Ausbildung: Ein weiterer Schritt für proindividuum

Der Besuch von Sina Ellwanger und das Gespräch zur generalistischen Pflegeausbildung markieren für proindividuum einen weiteren Entwicklungsschritt. Nach der Weiterentwicklung interner Strukturen, der fachlichen Fortbildung der Mitarbeitenden und dem Ausbau regionaler Netzwerke rückt nun auch das Thema Ausbildung stärker in den Fokus.

Für proindividuum ist klar: Pflegequalität entsteht nicht nur durch Erfahrung, sondern auch durch systematische Personalentwicklung. Dazu gehören Fortbildungen, Praxisanleitung, klare Verantwortlichkeiten und langfristige Perspektiven für Mitarbeitende. Die generalistische Pflegeausbildung bietet die Chance, diese Entwicklung noch gezielter voranzubringen.

Mit dem Aufbau eigener Ausbildungsstrukturen will proindividuum einen Beitrag dazu leisten, engagierten Nachwuchs für die Pflege zu gewinnen und die ambulante Versorgung in der Region langfristig zu stärken. Der Weg dorthin wird nun Schritt für Schritt vorbereitet.

Hintergrund: Erklärung zur gneralistische Ausbildung

Die generalistische Pflegeausbildung ist die heutige zentrale Berufsausbildung in der Pflege. Sie wurde 2020 eingeführt und führt die früher getrennten Ausbildungen in der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammen. Auszubildende lernen dadurch nicht nur einen einzelnen Pflegebereich kennen, sondern werden darauf vorbereitet, Menschen aller Altersgruppen in unterschiedlichen Versorgungsbereichen zu pflegen – zum Beispiel im Krankenhaus, im Pflegeheim oder in der ambulanten Pflege zu Hause. Der Abschluss lautet Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann und ist auch innerhalb der Europäischen Union anerkannt.

Für ambulante Pflegedienste ist die generalistische Pflegeausbildung besonders wichtig, weil sie Nachwuchskräfte breit qualifiziert und ihnen verschiedene berufliche Wege eröffnet. Gleichzeitig müssen Ausbildungsbetriebe gute praktische Anleitung, klare Strukturen und verlässliche Kooperationen mit Pflegeschulen und weiteren Einsatzstellen aufbauen. Im Landkreis Heilbronn unterstützt die Koordinierungsstelle Pflegeberufe Einrichtungen und Schulen bei Fragen rund um die generalistische Pflegeausbildung und dient als Ansprechpartnerin für die Umsetzung vor Ort.

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