Private Pflegeanbieter treffen sich zur bpa Mitgliederversammlung in Friedrichshafen

proindividuum bei der bpa-Mitgliederversammlung Baden-Württemberg 2026

Pflegepolitik, Reformdruck und Versorgungssicherheit im Fokus

Am 2. Juli 2026 fand in Friedrichshafen die bpa Mitgliederversammlung statt. Für proindividuum nahmen Aida Leibbrand, Geschäftsführerin, Elisabeth Frick, Regionalleiterin, und Matthias Leers, Assistent der Geschäftsführung, an der Veranstaltung teil. Im Mittelpunkt standen zentrale Themen, die die Pflegebranche aktuell stark beschäftigen: die geplante Neuordnung der Pflegeversicherung, die Finanzierung ambulanter und stationärer Versorgungsangebote, Digitalisierung, Fachkräftesicherung und die künftige Rolle privater Pflegeanbieter. Darüber hinaus bot die Mitgliederversammlung Gelegenheit zum intensiven Austausch zwischen privaten Leistungserbringern in der ambulanten und stationären Pflege.

Die beiden Landesvorstände Nicole Schliz und Jan Stefan Griese bpa Mitgliederversammlung machte wieder einmal deutlich: Pflege steht unter erheblichem Druck. Steigende Kosten, Fachkräftemangel, wachsende Versorgungsbedarfe und politische Reformvorhaben treffen auf einen Pflegealltag, der bereits heute hohe Anforderungen an Einrichtungen, Dienste, Mitarbeitende, Angehörige und pflegebedürftige Menschen stellt. Für proindividuum ist die Teilnahme an den Jahreskongressen des Verbandes ein wichtiger Baustein, um aktuelle Entwicklungen frühzeitig aufzunehmen, fachlich einzuordnen und mit Blick auf die eigene Arbeit zu bewerten.

Politische Entscheidungen wirken direkt auf den Pflegealltag

Ein Schwerpunkt der bpa Mitgliederversammlung war die aktuelle Diskussion rund um das geplante Pflege-Neuordnungsgesetz (PNOG). Dabei wurde deutlich, dass Reformen in der Pflege nicht nur auf dem Papier funktionieren dürfen. Entscheidend ist, ob sie im Alltag tatsächlich zu mehr Verlässlichkeit, weniger Bürokratie und einer besseren Versorgung führen. Gerade in der ambulanten Pflege wirken politische Entscheidungen unmittelbar. Wenn Leistungen neu geordnet, Budgets verändert oder Beratungsstrukturen angepasst werden, betrifft das nicht nur Pflegedienste. Es betrifft vor allem pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen, die auf verständliche, erreichbare und flexible Unterstützung angewiesen sind. Entscheidend ist, ob politische Entscheidungen die Versorgung sichern, Mitarbeitende entlasten und Angehörigen Orientierung geben. Bei den aktuellen Planungen zur Reform der Pflegeversicherung sind hier erhebliche Zweifel angebracht. Diese Zweifel hat der bpa bereits im Vorfeld deutlich artikuliert..

Staatssekretärin Petra Krebs ordnet Situation aus Sicht der Landesregierung ein

Ein zentraler Programmpunkt war die Rede von Petra Krebs, Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Soziales und Integration Baden-Württemberg. Sie machte deutlich, dass die Landesregierung beim geplanten Pflege-Neuordnungsgesetz zwar richtige Ansätze sieht, etwa bei Prävention, Rehabilitation, Digitalisierung und der Unterstützung pflegender Angehöriger. Gleichzeitig kritisierte sie, dass die Finanzierung aus Sicht des Landes nicht nachhaltig gelöst werde. Der Bund leiste keinen ausreichenden zusätzlichen Beitrag aus Steuermitteln. Dadurch drohten finanzielle Lasten am Ende bei Pflegebedürftigen, Angehörigen, Pflegeeinrichtungen und Beschäftigten anzukommen. Auch das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz bewertete Krebs kritisch, insbesondere mit Blick auf die möglichen Folgen für Krankenhäuser und ambulante Dienste in Baden-Württemberg. Einsparungen dürften nicht zulasten guter Versorgung oder der Beschäftigten gehen.

Staatssekretärin Petra Krebs spricht bei der bpa Mitgliederversammlung am 02. Juli 2026 in Friedrichshafen
Staatssekretärin Petra Krebs spricht bei der bpa Mitgliederversammlung am 02. Juli 2026 in Friedrichshafen

Gleichzeitig zeigte Krebs auf, welche Themen Baden-Württemberg selbst voranbringen will. Dazu gehören die Stärkung der häuslichen und ambulanten Pflege, das Förderprogramm „Ortsnahe Pflege“, kommunale Pflegekonferenzen in allen Stadt- und Landkreisen sowie der Ausbau von Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege. Auch Digitalisierung, Televisiten, Telepflege und die Fachkräftesicherung sollen weiterentwickelt werden. Wichtig war dabei die Botschaft: Pflege muss vor Ort funktionieren, weil die Bedarfe regional sehr unterschiedlich sind. Private Anbieter wurden ausdrücklich als wichtige Partner angesprochen. „Auch für die neue Landesregierung und das Gesundheitsministerium gilt: Der Erfolg politischer Arbeit muss sich an konkreten Ergebnissen messen lassen – nicht an Ankündigungen. Entscheidend ist, was bei pflegebedürftigen Menschen, Angehörigen und Mitarbeitenden tatsächlich ankommt“, so Aida Leibbrand, Geschäftsführerin von proindividuum.

Austausch mit anderen privaten Anbietern und fachliche Vernetzung

Matthias Leers im Interview bei der bpa Mitgliederversammlung 2026
Matthias Leers im Interview bei der bpa Mitgliederversammlung 2026

Neben den politischen und fachlichen Beiträgen bot die Mitgliederversammlung auch Raum für Austausch und Vernetzung. Für proindividuum ist dies ein wichtiger Baustein, um Entwicklungen in der Branche frühzeitig zu erkennen und in die eigene Arbeit zu übersetzen. Matthias Leers, Assistent der Geschäftsführung, stand im Rahmen der Veranstaltung zudem exklusiv für ein Interview des Veranstalters zur Verfügung. Im Mittelpunkt stand dabei die Perspektive aus der Praxis eines ambulanten Pflegedienstes und die Frage, wie aktuelle Entwicklungen in der Pflege bei Leistungserbringern, Mitarbeitenden und pflegebedürftigen Menschen ankommen. Die Mitgliederversammlung zeigte zugleich, dass die Perspektive von proindividuum als renommiertem Leistungserbringer aus der ambulanten Versorgungspraxis auf Landesebene gefragt ist und in die politische Diskussion eingebracht werden muss.

Was proindividuum aus der bpa Mitgliederversammlung mitnimmt

Die bpa Mitgliederversammlung hat gezeigt: Die Pflegebranche steht vor grundlegenden Entscheidungen. Es geht nicht nur um einzelne Gesetzesänderungen. Es geht um die Frage, wie pflegerische Versorgung in den kommenden Jahren organisiert, finanziert und personell gesichert werden kann. Für proindividuum ergeben sich daraus mehrere zentrale Punkte: Pflegebedürftige Menschen und Angehörige brauchen verständliche Informationen und verlässliche Unterstützung. Mitarbeitende brauchen klare Strukturen, gute Arbeitsbedingungen und realistische Anforderungen. Ambulante Dienste brauchen Rahmenbedingungen, die Versorgung nicht erschweren, sondern ermöglichen. Digitalisierung muss dort eingesetzt werden, wo sie Pflegekräfte entlastet und Abläufe vereinfacht. Politische Reformen müssen im Pflegealltag funktionieren, nicht nur auf dem Papier.

proindividuum wird die weiteren Entwicklungen aufmerksam verfolgen und dort einordnen, wo sie für Kundinnen und Kunden, Angehörige und Mitarbeitende relevant werden. Aber wir werden uns auch, wie wir das bisher auch immer handhaben aktiv in die politische Diskussion einbringen, unsere Mitarbeitenden und unsere Patienten informieren und aufklären, damit diese sich ein transparentes Bild machen können.

Gute Pflege braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Die bpa-Mitgliederversammlung in Friedrichshafen hat deutlich gemacht, wie eng Pflegepolitik und Pflegealltag miteinander verbunden sind. Entscheidungen über Finanzierung, Leistungen, Digitalisierung und Fachkräfte wirken direkt auf die Versorgung vor Ort. „Politische Entscheidungen beeinflussen konkret den Pflegealltag. Für uns ist deshalb entscheidend, frühzeitig zu verstehen, was neue Regelungen für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige sowie für unsere Mitarbeitende bedeuten. Gute Pflege braucht Rahmenbedingungen, die in der Praxis funktionieren“, sagt Matthias Leers, Assistent der Geschäftsführung der proindividuum GmbH.

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